Übersichtskarte

Donnerstag, 06.09.2018

Anfang und Ende oder Ende und Anfang von Time for Wild (H)Air?

Heute um 18 Uhr geht mein Rückflug von Fairbanks nach Frankfurt und mit einem Tag Zeitverschiebung habe ich dann Morgen um 13:25 Uhr wieder deutschen Boden unter den Füßen. Ein ganz komisches Gefühl heute den letzten Eintrag meiner Reise hochzuladen. Irgendwann Mitte März saß ich bei Jan in der Küche und habe noch überlegt (und mit Max darüber geredet), ob ich tatsächlich anfangen soll zu schreiben. WhatsApp oder Facebook oder Emails oder doch einen Blog, was ich eigentlich nie machen wollte, da es doch sehr zeitintensiv ist. Und nach ein wenig googeln bin ich dann auf die Auslandsblog.de Seite gestoßen und dachte ok, probieren kann ich es mal und habe den Link erstmal nur Max und dann meiner Familie und dann Sabrina geschickt. Und nach und nach wurde der Kreis immer, immer etwas größer und mittlerweile lesen sogar einige Leute mit, die ich gar nicht kenne – ein tolles Gefühl! Irgendwie hatte ich alle paar Tage wieder das Gefühl, was schreiben zu wollen, um diese für mich sehr wichtigen sechs Monate in irgendeiner Weise festzuhalten. Irgendwie war es für mich hilfreich die Reise immer direkt Revue passieren zu lassen und nicht erst zu Hause anzufangen die Unmengen an Fotos zu sortieren und zu nachzuschaunen was ich wann unternommen habe. Und auch meine Haargeschichte und Ajax haben nun ihren festen Platz gefunden und ich kann das immer wieder nachlesen, wenn mir danach ist.

Vor einigen Tagen habe ich mich gefragt, ob ich eigentlich jemals erzählt habe wie es überhaupt zu dem Titel "Time for Wild (H)air" kam? Als mein Haarausfall los ging und ich schon einmal anfangen wollte zu schreiben, aber überhaupt keinen Anfang finden konnte wusste ich zumindest damals schon, dass dies mein Titel werden würde und diesen Titel habe ich niemand anderem als Neil zu verdanken (wie auch meine gesamte Leidenschaft für Kanada die durch ihn 2011 so richtig begann). Neil hat mich vor ca. einem Jahr, in der schlimmen Phase immer wieder ermutigt ihn doch zu besuchen, um auf andere Gedanken zu kommen und um wieder zusammen in die Berge gehen zu können. Seine Email vom 07.01.1017 endete mit: "The one thing I know we can do together is; "Drink the wild air" („Eine Sache, die wir beide so gut zusammen können, ist Zeit zusammen draußen in der wilden Natur zu verbringen"). Und ich weiß gar nicht mehr wann mir das aufgefallen ist, irgendwann saß ich da und dachte ja ich bin zwar nicht noch so weit, aber es wird Zeit wieder loszuziehen also hab ich "Time for Wild Air" drausgemacht und dann fiel mir auf: Wow, wenn man vor das "Air" noch „H“ setzt, dann kommt da "Hair" (also Haare) raus und das war so so passend und ich habe gedacht, nichts drückt besser aus wie ich mich gerade fühle und wo ich hin will. Die Haare müssen runter und wenn es noch so wild aussieht und ich will endlich reisen und "wilde" Luft schnuppern und auf andere Gedanken kommen und das im rauen, einsamen und abgelegenen Norden von Kanada und Alaska und da die Haare nicht mehr im Vordergrund stehen sollen habe ich das „H“ einfach in eine Klammer gepackt. Der Titel war und wurde so ein bisschen zu meinem Ziel und zu meinem Leitspruch und wird es auch bleiben. Das hört sich wahrscheinlich komisch an, aber ich als den gefunden hatte, war mir mein Ziel irgendwann klarer. Im Juni 2017 habe ich auch schon unter dem Motto mit dem 5-tägigen Soonwaldsteig begonnen:

SoonwaldsteigSoonwaldsteig

Im August folgte dann der unvergessliche und einmalige West Highland Way in Schottland kiss, alles schon meine Vorbereitungen auf die sechs Monate in Kanada und Alaska:

West Highland Way in SchottlandWest Highland Way in SchottlandWest Highland Way in SchottlandWest Highland Way in Schottland

Ich bin dankbar, dass das alles so reibungslos funktioniert hat und freue mich über alle unvergesslichen Erlebnisse und über die Menschen und ihre Lebensgeschichten und Lebensweisen, die ich auf meiner Reise kennenlernen durfte. Das alles gibt mir so viel zu denken und beschäftigt mich ziemlich und wird es auch in den nächsten Monaten tun, so dass es tatsächlich schwer wird, wieder in den Alltag von früher zurückzukehren. Aber ehrlichgesagt bin ich sehr, sehr froh darüber und möglicherweise möchte ich auch gar nicht mehr ganz zurück. In einem Film über Alaska, den ich vor einigen Tagen hier im Visitor Center in Kenai angeschaut habe, waren die zwei Sätze am Ende so eindringlich und passend und ich dachte jetzt weiß ich endlich was mich in den rauen und abgelegenen Norden zieht:

“Some people come here to find themselves and others to lose themselves and maybe you come here to push yourself just a little bit harder.”

Danke an alle die mitgelesen und mitgefiebert haben. Danke für die Kommentare und Rückmeldungen, die mich immer wieder darin bestärkt haben, diese Reise (die zunächst nur aus einem Hin- und Rückflug und aus einem sehr, sehr groben Plan bestand) zu den wohl mit unvergesslichsten sechs Monaten meines Lebens zu machen.

Ich werden den Blog an dieser Stelle nun erstmal beenden und mir aus den Blogeinträgen und Fotos ein Buch zur Erinnerung gestalten.

Dem Motto "Time for wild (H)Air" bleibe ich treu und werde Euch wissen lassen, falls es wieder etwas Spannendes zu berichten gibt.  

Isa

Alaska

Samstag, 01.09.2018

Das Leben auf der Wilderness Lodge in Alaska

Jetzt bin ich schon wieder eine Woche hier und habe mich ganz gut eingelebt. Annie ist letzte Woche Sonntag, also ein Tag nach meiner Ankunft direkt für eine Woche auf eine Tagung gefahren und ihr Mann ist mit dem Sohn gerade in Chamonix im Wanderurlaub. Die beiden lerne ich also leider gar nicht kennen, da er erst nach meiner Abreise wiederkommt. Sie hat mir eine kleine Liste mit Aufgaben dagelassen und meinte daran kann ich immer ein bisschen arbeiten und ansonsten kann ich immer einfach da einspringen wo gerade Hilfe benötigt wird. Nach der ersten Nacht in meiner kleinen Hütte durfte ich dann sonntags erstmal in eines der Zimmer im unteren Stockwerk ziehen (wenn dies nicht für Gäste gebraucht wird, dann wohnt da meistens Annie selbst oder jemand aus dem Team drin). In den riesigen und hohen Betten mit den unendlich vielen Laken und Decken komme ich mir vor wie eine Prinzessin, so bequem und so viel Platz. Allerdings ist das Betten machen eine Kunst für sich und man muss das mit den sechs verschiedenen Laken bzw. Decken und fünf Kissen und dem Falten und unter die Matratze stopfen erstmal lernen.

Die kleine Cabin (Hütte draußen) für eine Nacht.Die kleine Cabin von innen.Mein riesen Bett in der Lodge - so gemütlich.

Die Lodge ist ganzjärig geöffnet. Momentan haben wir meist so zwischen sechs und 24 Gästen. Manche kommen auch nur zum Abendessen und fahren danach wieder. Die kommenden Wochen wird es wohl etwas ruhiger, bevor es im Winter dann wieder anzieht.

Die Lodge.Die Zimmer für die Gäste.Die BadezimmerBlick von oben auf den Essensbereich.Der Aufenthaltsbereich im oberen Stockwerk.

Die ersten Tage waren recht locker, da die drei Jungs die Lodge geführt haben. Keyle hat mir gezeigt wie die Bäder geputzt und die Betten gemacht werden. Mit Taylor habe ich dann abends zusammen die Tische eingedeckt und die Gäste bewirtet und David oder Chris, den beiden Köchen habe ich dann immer noch in der Küche beim Essen anrichten, Aufräumen oder Spülen geholfen. Zwischendurch habe ich dann draußen angefangen einen Container der als Lager dient etwas aufzuräumen (Schneeschuhe und Ski an einen anderen Platz räumen, Deko wegräumen und etwas mehr Platz schaffen), dann habe ich draußen ziemlich viel Müll und rumstehendes Zeug und Baureste eingesammelt. Und dann war ich noch zweimal mit dem alten Truck ein Stück weiter am Fluss etwas größere Steine holen und habe angefangen daraus einen Weg von der neuen Sauna zum Eingang einzusäumen. Eigentlich sollte mir Taylor noch das „Chinking“ zeigen (unten an der Straße steht ein altes Roadhouse, dass sie erhalten wollen und da müssen noch einige Zwischenräume zischen den großen Stämmen mit Dämmmasse gefüllt werden und das nennt sich „Chinking“, aber irgendwie kamen wir da gar nicht so richtig dazu. Es hat auch  wieder ziemlich, ziemlich viel geregnet und zwischendurch muss man ja schließlich auch mal Pause machen. Also war ich neben dem Beeren sammeln, noch mal mit David draußen unterwegs und wir haben wein wenig die Umgebung erkundet. Mit Keyle war ich einen Nachmittag Gold suchen. Wir sind mit Spaten und den Goldpans losgezogen und haben bestimmt zwei Stunden am Fluss gesessen und gesiebt und gesiebt und haben zwei mini, mini, mini Stückchen gefunden. Also hätte er mir nicht gezeigt, wie mini die sind, dann hätte ich die nicht mal gesehen. Ich weiß nicht, ob ich da auf die Dauer die Geduld für hätte. Das da manche immer noch ihre ganze Hoffnung reinsetzen finde bemerkenswert. Keyle hat immerhin schon so viel gefunden, dass er sich davon einen Urlaub finanzieren konnte. Immerhin! 

Mit dem alten Truck am Fluss und ich lade Steine für den Bau des kleinen Pfades auf.Der Bau des kleinen Pfades.Beim Housekeeping.Beim Frühstück servieren.Keyle und ich beim Gold suchen.

Am Mittwoch hatte Keyle seinen letzten Tag und gestern Taylor. Dafür kam dann Donella (die strenge und langjährige Housekeeperin wieder). Also die Teammitglieder wechseln ständig hier. Es wird nicht langweilig, da man (neben den Gästen) ständig wieder jemand Neuen trifft. Seit Donella wieder das Regiment führt, wird geputzt was das Zeug hält. Die Jungs haben die ein oder andere Sache doch etwas vernachlässigt und mich morgens auch immer etwas länger schlafen lassen. Gestern durfte ich dann erstmal den Kühlschrank in der Küche abtauen und sauber machen und heute gleich alle acht Badezimmer putzen. Und davor wurde meine Hilfe dann noch beim Frühstück machen und servieren benötigt. Also hieß es um sechs Uhr in der Küche parat stehen. Gegen 13:30 Uhr waren wir dann erstmal fertig und ich hatte Pause bis um 18 Uhr. Dann hieß es noch das Abendessen servieren und spülen. Zwischedurch gibt es dann auch für uns was zu essen. Darauf freue ich mich dann schon den ganzen Tag. Aber auch mittags hat Chris mir schon zweimal was aus den Resten gezaubert. Morgens und zwischendurch herrscht einfach Selbstbedienung in der Küche. Erst etwas ungewohnt, aber mittlerweile bin ich da nicht mehr so schüchtern wie am Anfang.

Waffeln mit Maple Syrup, Rührei und Speck zum Frühtück.Lachs aus Alaska.Leckeres FleischNachtisch

Vorhin kam noch dann noch Verstärkung. Mike aus den USA habe ich schon kurz im Hostel in Fairbanks kennengelernt als Annie mich abgeholt hat und da er gerade einen Job sucht, wurde er ganz hellhörig, als ich erzählt habe, dass ich die nächsten zwei Woche bei Annie wohne und helfe. Er und Annie haben dann wohl nochmal  gesprochen und heute ist er dann auch hier angekommen und hilft erstmal freiwillig und hat dann vielleicht die Aussicht auf einen bezahlten Job bei ihr. So schnell geht das hier.

Momentan warten wir hier alle auf den ersten Schnee. Die Bergspitzen werden oben von Tag zu Tag weißer. Alle die  auf der Lodge sind, meinen der Winter ist sehr hart hier aber einfach toll. Und wieder ärgere ich mich ein bisschen, dass ich den Winter verpasse. Ich glaube nach wie vor, dass ich mich hier auch im tiefsten Winter wohl fühlen würde. Aber alle hier sagen auch, man muss schon mit der Einsamkeit und den extremen Verhältnissen zurechtkommen und wahrscheinlich einen Drang dazu haben, um genau an diese Orte zu wollen. Unterhalb der Lodge parallel zur Straße ist übrigens eine Schotterpiste auf der immer mal wieder kleine Flugzeuge landen. Das konnte ich erst auch nicht ganz glauben und gestern als ich da vorbeigefahren bin, war da tatsächlich so ein Buschpilot an seinem kleinen Flugzeug zu Gange. Wie im Fernsehen ist das hier manchmal. Ach ja und auf die Nordlichter warte ich noch. Die sind momentan und besonder hier oben eigentlich gut zu sehen, wenn da nicht immer so viele Wolken wären. Ich schaue immer mal auf der Website vorbei was die Aurora Vorhersage so angibt, aber momentan ist es immer nur eine 3 von 9 Punkten auf der Aurora Forecast Skala: http://auroraforecast.gi.alaska.edu/.

Tja und jetzt bleiben mir nur noch vier Tage und dann geht es zum Flughafen. Irgendwie ein ganz komisches Gefühl grade. Ich mache mir jetzt noch vier schöne Tage hier und dann freue ich mich jetzt erstmal drauf Euch alle wiederzusehen.

Sonntag, 26.08.2018

My last Stop: The Lodge at Black Rapids in Delta Junction

Gestern Morgen gegen 11:30 Uhr hat mich Annie in Fairbanks im Hostel abgeholt. Das ist immer ein komisches Gefühl, wenn man vorher nur telefoniert und keine Ahnung hat, ob alles klappt und wer da überhaupt plötzlich vor einem steht. Diesmal war es wirklich nur ein fünf-Minuten Gespräch und ich habe diesmal nicht meine komplette Fragenliste abgehakt. Nachdem sie sagte, dass ich ein Bett bekomme und es warmes Essen gibt, welches von einem Koch zubereitet wird, habe ich einfach zugesagt;)

Es war ein sehr herzlicher Empfang und wir waren dann erstmal noch den halben Tag zusammen unterwegs Duschvorhänge und Putzmittel für die Lodge einkaufen. Unterwegs haben wir anschließend einige Male angehalten und sie meinte immer, dass will sie mir zeigen oder hier könne ich ein Foto machen. Wir waren kurz auf dem Farmers Market in Fairbanks und in einer ganz süßen Töpferei und einem tollen Souvenirgeschäft, wo wir uns noch ein Eis gegönnt haben. In Delta Junction waren wir dann erstmal noch einen Buffalo Burger essen und sie meinte ich solle unbedingt kurz in das Roadhouse gehen und das anschauen (ein original wiederaufgebautes Hotel). Fotos waren dort unbedingt erwünscht und so wurde ich dann noch mit einer uralten Grizzlybärenweste und dem Stock ausgestattet und durfte fürs Foto posieren. Anschließend musste ich auf einer Deutschlandkarte noch zeigen, wo ich genau herkomme und mich ins Gästebuch eintragen (die haben sich richtig gefreut).

Das Sullivan Roadhouse (um 1900) in Delta Junction.Das Roadhouse von innen.Eine uralte Grizzlybärenweste.

Auf unserer Autofahrt haben wir soviel erzählt, dass ich gleich dachte ok, das sollte (wenn die Jobs nicht zu heftig sind) für die nächsten zwei Wochen ganz gut passen. Als sie mich sah meinte sie nämlich ich würde so jung und stark aussehen und sie hätte einige schwerere Projekte rund ums Haus anstehen. Da war ich erst schon etwas besorgt wegen meinem Rücken, aber dachte dann, ok ich schau mir das erst mal an. Gegen 16 Uhr sind wir dann ausnahmsweise gestern nochmal bei schönstem Sonnenschein auf der Lodge angekommen.

Hier bin ich jetzt also ziemlich spontan für meine verbleibenden 11 Tage gelandet: https://www.lodgeatblackrapids.com.

Die LodgeDie Aussicht von der Lodge.

Ich war erstmal wieder geplättet von der Lage der Lodge und den Bergen außen rum. Sie hat mir erzählt, dass sie und ihr Mann zehn Jahre gebraucht haben, um sie fertigzustellen und seit zehn Jahren ist sie jetzt auch offen für Gäste. Die beiden erwachsenen Kinder, eine Tochter und ein Sohn wohnen und studieren mittlerweile in den USA und in Schottland. Es gibt acht luxuriöse Zimmer in der etwas höheren Preisklasse. Als erstes wurde ich dann dem derzeit dreiköpfigen Team vorgestellt (momentan sind das Taylor der Manager, David oder Chris die Köche im Wechsel und Keyle der Housekeeper). Da gestern alle Zimmer belegt waren, habe ich gestern für Nacht eine Hütte draußen bezogen, in der der normal noch ein weiteres Teammitglied wohnt). Um 18 Uhr gab es dann Abendessen für die Gäste und Annie hat mich dann direkt beim Getränke servieren eingespannt und kurz bevor es dunkel wurde bin ich mit Taylor noch Beeren pflücken gegangen. Er macht daraus Marmelade oder sie kommen in die Pancakes. Jetzt kenne ich sogar drei Bärenarten, die man hier pflücken kann (die wilden Blueberries, low-bush Cranberries und Crown Berries). Ohne zu wissen wo ich lande, war das war wieder ein erlebnisreicher erster Tag.

Beim Beeren pflücken.

Freitag, 24.08.2018

Mit dem Shuttlebus von Anchorage nach Fairbanks

Heute bin ich 8,5 Stunden mit einem kleinen Shuttlebus von Anchorage nach Fairbanks gefahren. Um sieben Uhr in der Früh wurde ich direkt vor dem Hostel in Anchorage abgeholt. Erst hatte ich überlegt wieder mit dem Zug zu fahren. Aber da ich die Zugfahrt mit der berühmten Alaska Railroad (https://www.alaskarailroad.com) von Anchorage nach Fairbanks bereits vor zwei Jahren gemacht habe und die Fahrt auch nicht ganz so günstig ist und ich es absolut schade ist, wenn man vor lauter Regen und Nebel so gut wie nichts sieht war die wesentlich günstigere Autofahrt dann die richtige Entscheidung. Die Wolken hingen den ganzen Tag sehr sehr tief und es hat wieder durchgängig geregnet. Wir waren ganze vier Leute in dem kleine Van und die anderen drei sind alle unterwegs auf einer Lodge und im Denali Nationalpark schon ausgestiegen. So hatte ich den Kleinbus fast für die Hälfte der Strecke ganz für mich alleine und konnte es mir ziemlich bequem machen. Gegen 16 Uhr wurde ich mit meinem Gepäck direkt vor dem Hostel in Fairbanks abgesetzt – ziemlicher Luxus, wenn man das Gepäck nirgends mehr abholen und hinschleppen muss.

Das ist heute dann tatsächlich meine letzte Nacht in einem Hostel. Diesmal bei Billie in Fairbanks, absolut familiär und sauber. Wirklich eine ganz tolle Unterkunft, in der man sich direkt wohl fühlt. Heute geh ich früh ins Bett und bin jetzt schon gespannt auf Annie, die mich morgen früh gegen 11 Uhr hier abholt.

Montag, 20.08.2018

Mit dem Auto an der Küste Alaskas entlang

Nach meinen nervigen und üblichen Entscheidungsschwierigkeiten bin ich am Freitagabend ins Bett ohne zu wissen wohin ich Morgen eigentlich fahren will. Ich bin dann morgens noch schnell ins Visitor Center und habe mich mit einer Straßenkarte und einigen Broschüren eingedeckt, habe einen Platz mit Wifi gesucht und die Alaskakarte für meine Offline Navigationsapp am Handy runtergeladen. Anschließend habe ich dann das Auto um 12 Uhr Mittags in Empfang genommen, war ein wenig Essen einkaufen und bin dann einfach losgefahren. Der Van ist etwas größer ausgefallen als erwartet. Hier kann man alleine echt drin wohnen;) 

Da wohne ich dann für die kommenden fünf Tage drin.Soviel Platz alleine, welch ein Luxus.

Entschieden habe ich mich dann schließlich für den Süden, da ich nach einem Blick auf die Karte beschlossen habe, dass ich vor zwei Jahren im Norden doch schon ziemlich viel gesehen habe und zudem auch schon auf einem Großteil der gut zu befahrenden Straßen in Alaska Norden unterwegs gewesen bin. Und da ich ja wie auch immer für den Rückflug in den Norden muss, sehe ich da ja auch nochmal was.

Da einige Leute so von Kenai an der Küste im Süden geschwärmt haben, habe ich das einfach mal als grobes Ziel festgelegt und fahre den Sterling Highway entlang. Bisher ist das Wetter leider weiterhin eher nass. Es regnet und regnet und regnet, aber zum Fahren ist das ja eigentlich egal. Nur die Fotos kommen weiterhin zu kurz. Alle Bilder sehen einfach nur grau in grau aus, so dass ich gerade nicht viel fotografiere. Das riesige Auto ist bei dem Wetter natürlich toll. Ich muss nichts räumen. Ich habe einfach alle Sitze umgelegt und auf einer Seite hat das komplette Gepäck Platz und auf der anderen kann ich die Isomatte und den Schlafsack einfach liegen lassen. Bei der Vorstellung jetzt gerade mehrere Tage im feuchten Zelt zu verbringen, ist das jetzt schon purer Luxus. Ich denke der Sommer ist jetzt auch einfach vorbei und es geht mit großen Schritten dem sehr sehr kurzen Herbst und dem langen Winter entgegen. Die Temperaturen liegen momentan so bei 9-13 Grad. 

Unterwegs kam dann doch mal kurz die Sonne raus.Am Strand von Kenai.Am Strand von Kenai.

Meine Weiterreise steht seit gestern Abend nun auch. Am kommenden Freitag fahre ich mit einem kleinen Shuttlebus von Anchorage nach Fairbanks. Dort werde ich dann (wenn alles klappt) von Annie im Empfang genommen. Sie betreibt eine etwas luxuriösere Lodge etwa zwei Stunden von Fairbanks. Hier will ich dann noch die verbleibenden knapp zwei Wochen wohnen und helfen. 

Freitag, 17.08.2018

Auf Autosuche in Anchorage

In Anchorage war ich die zweieinhalb Tage eigentlich hauptsächlich damit beschäftigt, ein bezahlbares Autos zu finden. Irgendwie habe ich mir in den Kopf gesetzt, dass ich nochmal einige Tage ganz alleine mit dem Auto durch Alaska fahren will. Nach einiger Zeit im Internet und am Telefon, war ich erst mal geknickt, da momentan noch Peak Season (Hochsaison) ist und die Preise echt ordentlich sind. Auch meine Idee mich nach Fairbanks hochzuarbeiten musste ich ziemlich schnell verwerfen, da die Autos ja noch teurer sind, wenn man sie an einem anderen Standort zurückgibt (und das kann man in der Hochsaison einfach nicht bezahlen). Dann wollte ich es erst schon komplett sein lassen, bin dann aber nach einer Nacht drüber Schlafen und "so-schnell-gebe-ich-nicht-auf-Gedanken", heute doch nochmal mit dem Bus zu einem lokalen Anbieter gefahren und habe vor Ort mit ihm gesprochen. Nebendran war direkt noch einer und da habe ich ebenfalls noch ein Angebot eingeholt und siehe da, mal wieder hat sich bestätigt: Persönlich hingehen und fragen ist manchmal einfach besser, als online zu suchen oder am Telefon zu verhandeln. Drei Stunden später hatte ich dann bei dem einen der beiden Anbieter für fünf Tage einen Minivan zum gleichen Preis von einer kleineren "Limousine" und habe beschlossen, dass ich das jetzt mache. Ich bin ja immer aufgeregt bei solchen Entscheidungen, aber das war das erste Mal, dass ich ganz alleine entschieden und gebucht habe. Und besonders aufgeregt bin ich, weil es auch das erste Mal ist, dass ich fünf Tage ganz alleine durch Alaska fahren und im Auto wohnen werde. Ursprünglich hatte ich noch zwei getroffen, die sich gerne anschließen wollten und zumindest einen Teil mit mir fahren wollten, aber manchmal macht es das Einbeziehen von anderen Personen ziemlich kompliziert und ich hatte plötzlich das Gefühl, dass ich mal keine Rücksicht nehmen will und irgendwie wollte ich "das in einem anderen Land alleine im Auto schlafen" ja schon lange machen. Also dann jetzt!

Da ich den Wagen wieder in Anchorage zurückgeben muss, werde ich jetzt nun nur einen kleinen Roadtrip machen - noch keine Ahnung ob in Richtung Norden oder Süden. Die Fahrt nach Fairbanks muss dann doch noch auf anderem Wege erfolgen. Hier bleiben immerhin mehrere Optionen: Zug, Bus, Mitfahrgelegenheit oder Flug. Da wird sich dann schon was finden.

Ansonsten war ich ein wenig in der Stadt unterwegs. Vieles kannte ich hier ja schon, deswegen sind die Fotos hier auch wenig zu kurz gekommen (und wie man sieht ist es wieder sehr bewölkt und grau gerade). 

Eine der Haupteinkaufsstraßen in Anchorage.Künstlermarkt in Anchorage, im Hintergrund kann man die Bergkette sehen.Das Visitor Center in einer alten Hütte.Mein Lieblingscafé

Mittwoch, 15.08.2018

Heute geht es nach Anchorage

Da mir ja nur noch drei Wochen bleiben und die Fährverbindungen nicht ganz so mit meinem Zeitplan harmonieren, habe ich mich nun nochmal für einen Inlandsflug entschieden: Heute von Juneau nach Anchorage. Wasser- oder Luftweg, anders kommt man aus Juneau auch gar nicht weg. Mir war vorher gar nicht bewusst, dass die Hauptstadt Alaskas die einzige unter den amerikanischen Hauptstädten ist, die keine Straßenanbindung hat. Ich wäre zwar gerne noch mal länger, also mit Übernachtung mit der Fähre unterwegs gewesen, aber da mein Wunschziel Kodiak Island erst wieder am 21. August von der Fähre angesteuert wird und ich dort auch leider keinen Platz zum freiwilligen Arbeiten gefunden habe, muss Kodiak Island nun bis zum nächsten Urlaub warten. Letztendlich habe ich dann beschlossen, dass Anchorage der beste Ausgangspunkt ist, um nochmal ein Auto zu leihen (vorausgesetzt ich finde was Bezahlbares) und anschließend will ich dann auf eigene Faust eine Woche in Richtung Fairbanks fahren, von wo ich ja dann auch zurückfliege. In Fairbanks versuche ich gerade noch einen Platz zum freiwilligen Arbeiten zu finden, um die letzten beiden Wochen dann noch möglichst entspannt an einem Ort verbringen zu können. (Die Hostels erlauben manchmal nur eine maximale Anzahl an Übernachtungen und man muss teilweise von Tag zu Tag verlängern. Bei zwei Wochen ist das dann etwas unentspannt, wenn man nicht weiß, ob man am nächsten Tag noch ein Bett hat).

In Anchorage habe ich mich wie so oft nach der Ankunft in einer Stadt erstmal wieder im Hostel einquartiert. Da ich ja vor zwei Jahren bereits in Alaska gewesen bin, kenne ich Anchorage bereits ein wenig und weiß, dass sich von hier aus alles ganz gut planen und erreichen lässt. Ursprünglich wollte ich hier auch noch einige Tage im Hostel aushelfen, aber irgendwie ist mir das Hostel zu unpersönlich und zu groß, also werde ich alles dransetzen möglichst schnell ein Auto zu finden und dann loszudüsen.

Dienstag, 14.08.2018

Fünf Tage in Alaskas Hauptstadt Juneau

Die steile Altstadt in Juneau. Könnte auch fast in San Francisco sein;)Am Hafen.Auch hier legen täglich riesen Kreuzfahrtschiffe an.Blick in die Innenstadt. So war das Wetter eigentlich die ganze Zeit.

Von Freitag bis Dienstag war ich nun in Juneau. Fünf ziemlich entspannte und nasse Tage. Von den fünf Tagen hat es drei komplett durch geregnet. Am Freitag habe ich einen entpannten Tag in der Bücherei mit Schreiben verbracht, Samstag bin ich wandern gewesen, am Sonntag bin ich zum Mendenhall Glacier (Gletscher) gefahren und habe den angeschaut, Montag war noch mal ein "Regen-Bücherei-Wlan-Internettag", um mal wieder länger zu Telefonieren und die Weiterreise zu planen und Dienstag bin ich mit dem Bus durch die Gegend gefahren und habe die wenigen Geschäfte angeschaut, die es hier gibt. Ich hatte mir Juneau als Hauptstadt Alaskas viel größer vorgestellt, aber die Stadt ist mit rund 32.000 Einwohnern irgendwie niedlich und durch die Lage am Berg und am Wasser wirklich schön gelegen.

Ich bin gespannt was mich erwartet.Der Aufstieg geht erst mal durch den Wald.Uralte interessante Baumformationen.Der Wald ist hier zum Teil schon wieder regenwaldartig mit riesen Bodengewächsen.RiesenblätterMit ganz interessanten Blüten?                    Und Moos, das von den Bäumen hängtDer erste Gipfel ist erreicht. Blick auf Juneau auf beiden Uferseiten.Unterwegs sehe ich mein erstes Porcupine (Stachelschwein). Aber es wollte leider nicht in die Kamera schauen.Ich laufe einfach mal weiter und der Weg wird immer interessanter und Juneau im kleiner im Hintergrund.Die Aussicht wird immer spektakulärer.Und die Landschaft hier oben auch. Unendliche Bergwelten und Wandermöglichkeiten.Am nächsten Gipfel bin ich unschlüssig, da der weitere Weg oben am Kamm entlang geht und die Abhänge einfach nur steil aussehen. Ich entscheide mich für den Rückweg und wie man plötzlich sieht, war Hinweg bis hierher auch schon recht steil.Blick auf den Mendenhall Gletscher (hier pilgern täglich Touristenmassen hin)So wohnt man Juneau. Meine Ecke im Hostelzimmer.

Donnerstag, 09.08.2018

Von Skagway mit der Fähre nach Juneau

Zur Abwechslung ein Wasserbett;)Der erste Blick aus dem Zelt.Das Wasser steht tatsächlich unter mir.

… leider konnte ich im Halbschlaf die ganze Nacht den Regen hören und morgens immer noch. Als ich dann um acht doch mal die Brille aufgesetzt und den Reißverschluss vom Zelt aufgemacht habe, war meine erste Reaktion „oh“. Zur Abwechslung ein Wasserbett. Meine Schuhe standen einen halben Finger tief im Wasser und die Hälfte vom Zelt ebenfalls. Erstaunlicherweise lag ich auf meiner Isomatte noch im Trockenen. Ich habe mich dann schnell angezogen und mich dann noch eine Stunde im trockenen Duschgebäude vergnügt, bis der Waschsalon um Neun wieder öffnete und ich an all meine Sachen konnte. Das Zelt musste ich dann anschließend in Regenhose und Regenjacke im strömenden Regen abbauen und alles nass einpacken (das ist das absolut Schönste beim Zelten). Gegen 10:30 Uhr war ich dann startklar (nach bestimmt einer Stunde Packen und wieder Umpacken und in Tüten packen) und habe beschlossen trotz Regen mit meinem Gepäck zurück in die Stadt zu laufen und mir erstmal ein trockenes Café zum Frühstücken zu suchen. Also wenn ich noch mal Reisen sollte, dann nur noch minimalistisch mit Rucksack und ohne Koffer. Besonders gestern im Regen war es einfach nur anstrengend zu schauen, dass irgendwie nicht alles völlig durchnässt irgendwo ankommt. Nach einer Stunde im Café habe ich mich dann weiter ins Visitor Center vorgearbeitet, in der Hoffnung irgendwo das Gepäck mal noch für ein bis zwei Stunden deponieren zu können, um noch etwas von Skagway zu sehen. Aber leider keine Chance. Also bin ich weiter durch den Regen an den Hafen ins Fährgebäude und habe da von halb zwei bis halb vier auf die Fähre gewartet. Letztendlich hatte sie dann aufgrund des Wetters noch eine Stunde Verspätung, so dass wir statt um 16:30 Uhr dann erst um 17:30 Uhr abgelegt haben. So habe ich von Skagway leider nicht allzu viel gesehen und es bleibt mir auf jeden Fall sehr nass in Erinnerung. Auch wenn es mit den riesigen Kreuzfahrtschiffen, die hier täglich anlegen, sehr touristisch ist, ist die Lage zwischen den hohen Bergen am Wasser auf jeden Fall einmalig. Skagway hat ca. 800 Einwohner (das schwankt aber je nach Jahreszeit) und wenn die Touristen von den Schiffen in den kleinen Ort strömen, dann laufen hier plötzlich mal eben 4000 Menschen durch die Straßen. 

 Die Fahrt mit der Fähre war sehr angenehm. Ich bin immer mal wieder raus um Fotos zu machen und habe die Landschaft angeschaut. Das muss man glaube ich selbst sehen und man kann das nur schwer beschreiben. Einfach endlos, hohe bewaldete Berge und Täler und auch mal einen Gletscher, den man vom Schiff aus sehen konnte. Im Wasser tauchen dann unzählige kleinen Inseln und immer wieder neue verzweigte Wasserwege auf. Die Landschaft wirkt einfach nur gewaltig nie endend.

Unsere Fähre kommt endlich an.Wir verlassen den Hafen von Skagway mit den riesen Kreuzfahrtschiffen.Oben auf den Außendeck kann man auch wieder viel gucken und Fotos machen. Viele kleine Inseln und Gletscher.

Gegen 19 Uhr sind wir dann mit etwa einstündiger Verspätung in den Hafen von Juneau eingelaufen und nachdem ich mein Gepäck wieder in Empfang genommen hatte, fand ich nach einiger Zeit dann noch zwei andere, um mir ein Taxi ins Hostel zu teilen. Der Check-in dort war recht interessant. Man zahlt 12 Dollar pro Nacht (etwa 10,50 Euro) + Chore (kleine Aufgabe). Es ist wohl das günstigste Hostel in Alaska und jeder muss pro Tag irgendwas putzen oder aufräumen, da es rein von Freiwilligen betrieben wird. Das stand auch auf der Homepage, aber bei meiner Reservierung habe ich das wohl voll übersehen. Als die beiden vor mir eingecheckt sind und das Mädel am Check-in erklärt hat, dass er den Müll leeren soll und sie die Spiegel im Bad der Frauen putzen soll, habe ich erst gedacht, dass die beiden vielleicht freiwillig helfen und nichts zahlen für die Übernachtung. Als ich dann dran war und sie meinte, dass ich das Wohnzimmer aufräumen soll, habe ich das Konzept dann auch verstanden. Eigentlich finde ich das gar nicht schlecht, so schaut jeder ein bisschen mehr, dass nicht alles dreckig und unordentlich hinterlassen wird. Nach Bett beziehen, einer warmen Dusche und ein bisschen Quatschen mit meiner Bettnachbarin lag ich dann um halb zwölf endlich im Bett. In dem Hostel ist auch nichts mit Ausschlafen. Um 9 Uhr morgens muss man raus, da sie bis 17 Uhr schließen. Also schnell schlafen, da Juneau ja Morgen zu Fuß erkundet werden will.

Mittwoch, 08.08.2018

Von Tagish/Carcross mit dem Zug nach Skagway

Heute Morgen habe ich im Eiltempo noch ein letztes Mal die große Hütte geputzt, bevor Stefan mich um kurz nach zwölf mit dem Auto von Tagish nach Carcross an den Zug gefahren hat. Nachdem wir uns dort verabschiedet hatten, habe ich mein vorbestelltes Ticket abgeholt und wurde in meiner etwa 1,5 stündigen Wartezeit noch mal von Heike (seiner ehemaligen Frau, die dort das Café hat, in dem ich ausgeholfen habe) mit einem Abschiedsgeschenk, heißer Schokolade und einer leckeren selbst gebackenen Cinnamon Roll (Zimtschnecke) überrascht. Anschließend hat sie mich noch bis in den Zug gebracht und mir die richtige Seite für die beste Aussicht gezeigt. Kurz drauf ging es dann auch schon los. Vier Stunden Panoramazugfahrt durch den Yukon. Zu Beginn wurden wir erstmal mit Mittagessen und Wasser versorgt; damit hatte ich gar nicht gerechnet. Immer wenn es etwas Interessantes und Wissenswertes zu sehen gab wurden wir per Durchsage von unserer Reiseführerin informiert. In Bennett hatten wir 45 min. Aufenthalt und da konnte ich mir noch ein kurzes Bild vom bekannten Chilkoot Trail machen (den ich auch so gerne gewandert wäre, da man entlang des Weges beim Wandern nämlich noch viele Überbleibsel aus der Zeit des Gold Rush sehen kann). Der 53 km lange Wanderweg endet/oder beginnt hier und der Zug sammelt regemäßig Wanderer samt Gepäck ein. Jetzt habe ich wenigstens eine Vorstellung wie es hier landschaftlich aussieht und muss eben noch mal wiederkommen, um alles nachzuholen was ich dieses Mal nicht geschafft habe. Einen weiteren Stopp gab es dann in Fraser/British Columbia. Allerdings mussten wir alle sitzenbleiben und nur die zugestiegenen Wanderer wurden von den Grenzbeamten kontrolliert. Der Zug fährt durch zwei kanadische Territories/Provinzen. Er startet im Yukon, dann geht es ein Stück durch British Columbia, bevor er schließlich die Grenze in die USA passiert. Unsere Grenzkontrolle erfolge dann erst an unserem Ziel in Skagway in den USA. Wir mussten sitzenbleiben, die geöffneten Pässe in der linken Hand halten und warten bis die Grenzbeamten uns alle kontrolliert hatten. Ich war ja schon wieder gespannt auf die Einreise, da es hieß Mützen und Sonnenbrillen aus. Aber es gab auch diesmal keinerlei Rückfrage zu meiner „neuen Frisur“. Also auch diesmal hat die Einreise problemlos funktioniert. Von der Zugfahrt an sich, habe ich nicht ganz so viele Fotos gemacht, da das Wetter leider nicht das Beste war. Wir haben den 2800 ft (873 m) hohen Pass überquert, aber es war einfach nur nebelig und man hat leider so gut wie nichts gesehen. Trotzdem fand ich die Zugfahrt spektakulär, da die Zugstrecke teilweise hoch oben ganz schmal am Berg entlangführt und man rechts ganz weit unten ins Tal schauen kann und sich fragt, wie das das bauen konnten. Es geht durch die unterschiedlichsten Landschaften, vorbei an riesigen Seen und durch felsiges Gebiet, das wie eine bizarre Mondlandschaft wirkt.

Beim Einsteigen mit meinem ganzen Gepäck.Ich habe Glück und darf im letzten Wagen Platz nehmen. Dort hat man unterwegs freie Sicht zum Fotografieren.Wir verlassen Carcross (das Foto hat Heike mir extra geschickt).Im WagonUnsere LunchboxKurzer Zwischenstopp in Bennett.Den würde ich jetzt auch gerne wandern.Auf dem Pass. Steiler Abgrund und neblig.Auf dem Pass. Steiler Abgrund und neblig.Bizzare Mondlandschaft und Nebel auf 2800m.

In Skagway angekommen wurde das Wetter leider immer schlechter und wir wurden vom Regen in Empfang genommen. Mein Campingplatz war leider nicht ganz so schnell fußläufig erreichbar, so dass ich nach längerer Wartezeit endlich den Bus nehmen konnte, der mich direkt am Campingplatz rausgelassen hat. Bevor ich meine Busfahrt bezahlen konnte, hat ein netter Mann, den ich zuvor schon im Zug getroffen hatte, einfach meine Fahrt mitbezahlt - sehr nett. Der hatte bestimmt Mitleid mit mir und mit meinem Riesenkoffer und dem Riesenrucksack. Jetzt bestand meine einzige Sorge für heute eigentlich nur noch darin einen trockenen Raum für meinen Koffer zu finden. Nachdem ich beim Einchecken ganz nett gefragt hatte, konnte ich meinen Koffer im Waschsalon auf dem Campingplatz stehen lassen. Kurze Zeit später hatte ich mein Zelt dann im Regen aufgebaut und habe beschlossen sicherheitshalber auch den Rucksack trockenen und später abgeschlossenen Waschsalon zu deponieren (normal habe ich den im Vorzelt auf dem Boden liegen, aber ein Koffer passt da nicht auch noch rein). Als ich dann später im Schlafsack lag, bin ich mit dem Gedanken eingeschlafen, dass das Wetter morgen früh bestimmt wieder besser ist… 

Mein (grünes) Zelt steht. Es regnet zwar, aber sieht noch ganz gut aus.

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